Kleingärten

Zu den direkten Vorläufern des modernen europäischen Kleinhauses zählt auch der deutsche Kleingarten. Schon im frühen 19. Jarhunderts kam es - als Reaktionen auf die einsetzende Industrialsierung und Verstädterung - zur Einrichtung karitativer "Armengärten", wo Parzellen um die 400 m² aus städtischem Besitz für eine geringe Pachtgebühr vergeben wurden. Bereits um 1850 existierten derartige Anlagen und nach ähnlichem Muster vom Roten Kreuz und der Arbeiterbewegung organisierte Laubenkolonien in den meisten deutschen Städten. Der Begriff "Schrebergarten" geht auf eine in dieser Zeit in Leizip gegründete und nach dem Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861) benannte Anlage zurück.

Einen weiteren Boom erlebten Kleingärten in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Zahlreiche Lauben wurden zu dieser Zeit erweitert und permanent bewohnt. Angesichts der allemeinen Notlage wurde diese eigentlich illegale Nutzung von den Städten toleriert und später auch nachträglich legalisert, wegwegen bis heute in vielen Kleingartenanlagen gelegentlich auch Kleinhäuser anzutreffen sind. Innovativer Minimalismus. So etwa lässt sich die gemeinsame Wurzel zwischen modernem Kleinhaus und klassischem Kleingarten zusammenfassen. So manches Kleinhauskonzept lässt sich nebenbei als Hi-Tech Gartenlaube der Zukunft verstehen. Die Option der permantenten Bewohnbarkeit erscheint in diesem Zusammenhang als der bedeutendste Unterschied zwischen den in städtische Erholungsgebiete integrierten Kleingartenanlagen und modernen Kleinhaussiedlungen im Grünen.

Was anspruchsvolle Gestaltung auf kleinem und kleinstem Raume angeht, stehen sich Kleinhaus und Kleingarten sehr nahe. "Klein aber fein" sind nicht nur die Kleinhäuser der modernen Designer, sondern eben auch deren Grünflächen. Es gibt zahlreiche Gestaltungskniffe, mit denen sich auch aus dem kleinsten Garten viel herausholen lässt. Dazu gehört auch eine geschickte Untergliederung, die Sorge trägt, dass der Garten nicht mit einem Blick vollends zu fassen und dadurch optisch großer erscheint. Dies lässt sich etwa durch eine wohldurchdachte Anordnung der Garten Möbel, Hecken, hohen Gräsern oder Rosensträuchern erreichen. Auch einem noch so kleinen Garten kann man ein Thema zuweisen, ob japanisch, mediterran oder rustikal. Gartenmöbel aus Naturstoffen wie Bambus oder Rattan sind hierbei willkommene Stilmittel und fügen sich nahtlos in die bepflanzte Umgebung ein. Die Gartenwege sollten nicht gerade verlaufen, sondern in kleinen Bögen, so wirkt der Garten in seinem Gesamtkonzept großer. Bei gutem Einvernehmen mit den Nachbarn kann man von langweiligen, einengenden Zäunen absehen und auf lockere Strauchpflanzen zurückgreifen. Diese sind luftiger und geben dem Garten mehr Tiefenwirkung. 
 
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